Letzte Fahrt mit dem Bestattervelo
Für aurora Bestattungen gehört ein offener Umgang mit dem Tod als Grundstein zur täglich gelebten Philosophie. Passend dazu bieten wir auf Wunsch für die letzte Fahrt ein eigens angepasstes Lastenvelo an.
Nachhaltigkeit und Sinnlichkeit
Das Bestattervelo ist nicht nur im Betrieb, sondern auch bei der Herstellung nachhaltig wie kein anderes Bestattungsfahrzeug. Zudem bietet es ein sinnliches Erlebnis - vielleicht vergleichbar mit der Bestattungskutsche von früher. Solche Überführungen können mit dem eigenen Velo begleitet und so zu einem lebensbejahenden und in Erinnerung bleibenden Ritual werden. Durch die langsame, lautlose Fahrt wird Tempo aus dem hektischen Alltag genommen, es bleibt Zeit zu atmen und nach innen zu gehen.
Ausgangspunkt Stadt Bern
Die Stadt Bern hat sich mit ihren Slogans «Bärn treit – gemeinsam bis zuletzt» und «Velohauptstadt Bern» als Ausgangspunkt für das Bestattervelo besonders angeboten. Aurora als Mitunterzeichnerin der «Berner Charta» strebt wie die Bewegung «Bärn treit» die Enttabuisierung des Sterbens und des Todes an.
Enttabuisierung des Todes
Durch den Sympathiebonus des Velos wird das Thema Tod und Sterben spielerisch auf die Strasse getragen. Gyan Härri, Geschäftsführer von aurora sagt: «Das positive Gefühl, welches mich mit meinem Velo verbindet, hat mich zum Bau des Bestattervelos inspiriert. Es ist aus der Motivation heraus entstanden, Leichtigkeit mit einem für viele Menschen tiefgehenden Ereignis zu verbinden. Unser ganzes Team freut sich über die anregenden Begegnungen und Gespräche, welche bei den Fahrten mit dem Bestattervelo entstehen werden».
Gebiet
Zunächst bieten wir die «letzten Fahrten» per Bestattervelo rund um Bern an - von Frienisberg bis ins Rüttihubelbad, von Schüpfen bis nach Belp respektive von Moosseedorf bis nach Mittelhäusern, maximal bis auf 750 m ü. M.
Sicherheit geht vor; daher werden wir bei extremen Wetterverhältnissen oder wenn das Fahrrad im Service ist auf ein Bestattungsauto ausweichen.
Entstehung
Lastenvelos sind die Lieferwagen unter den Fahrrädern und verschieben die Vorstellung darüber, was sich mit eigener Muskelkraft bewegen lässt. Schon früh kam Gyan Härri privat mit Lastenvelos in Berührung - und seither liess ihn der Gedanke an eine lautlose letzte Fahrt nicht mehr los. Dafür brauchte es aber zwingend ein Lastenvelo, das punkto Stabilität, Sicherheit und Kraft keine Wünsche offenliess. Die Anforderung lautete, dass man mit einem beladenen Sarg mühelos den Muristalden hoch und sicher hinunterkommen muss. Er wurde auf das dreirädrige Modell «Tender» von Urban Arrow aufmerksam und kontaktiere Sjoerd van Rooijen, DoubleDutch. Gemeinsam skizierten sie die ersten Entwürfe. Das erste derartige Velo der Schweiz hat im Frühjahr 2021 Gestalt angenommen.